Mit der dritten Veranstaltung verlassen wir nun die Ebene der Vertriebsargumente und bewegen uns tiefer in die Mechanik vieler Geschäftsmodelle.
Denn je genauer man hinschaut, desto häufiger stellt sich eine unangenehme Frage:
Wer verdient hier eigentlich an wem?
Zwischen Unternehmen und Energieversorgern haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche zusätzliche Marktteilnehmer etabliert. Vermittler, Untervermittler, Plattformen, Kooperationspartner, Dienstleister und Vertriebsgesellschaften bilden teilweise komplexe Strukturen, deren wirtschaftliche Interessen für den Kunden oft nur schwer nachvollziehbar sind.
Hinzu kommen Vollmachten, die häufig als reine Formalität dargestellt werden, sowie Ausschreibungen, die auf den ersten Blick professionell wirken, bei genauerer Betrachtung jedoch nicht immer den Eindruck eines echten Wettbewerbs vermitteln.
Die dritte Veranstaltung der Reihe „NSB26 – Nepper, Schlepper, Bauernfänger in der Energiewirtschaft“ beleuchtet drei Mechanismen, die in der Praxis regelmäßig auftreten und deren wirtschaftliche Tragweite häufig unterschätzt wird.
Veranstaltung 3 Dienstag, 18. August 2026 | 19:00 Uhr Exklusiv im Mitgliederbereich der MVE e. V.
Kapitel 7 – Die Zwischenhändler-Kaskade
Wenn zwischen Kunde und Lieferant plötzlich eine ganze Wertschöpfungskette entsteht.
Nicht jeder Marktteilnehmer schafft zusätzlichen Nutzen. Dennoch finden sich im Energievertrieb häufig mehr Beteiligte, als Unternehmen zunächst vermuten.
Vermittler, Untervermittler, Plattformen, Kooperationspartner und weitere Akteure können dazu führen, dass Verantwortlichkeiten verschwimmen und zusätzliche Kosten entstehen, ohne dass für den Kunden immer erkennbar wird, welcher konkrete Mehrwert tatsächlich erbracht wird.
Dieses Kapitel zeigt, wie solche Strukturen funktionieren und weshalb Transparenz über Vergütungen und Rollenverteilungen wichtiger ist als wohlklingende Bezeichnungen.
Kapitel 8 – Die Vollmachts-Falle
Ein Dokument mit oft größerer Wirkung als viele Unternehmen vermuten.
„Wir benötigen lediglich eine Vollmacht zur Angebotseinholung.“
Kaum ein Satz klingt harmloser. Und kaum ein Dokument wird im Energieeinkauf häufiger unterschätzt.
Vollmachten können sinnvoll sein. Sie können Prozesse vereinfachen und professionelle Ausschreibungen ermöglichen. Sie können aber auch Handlungsspielräume eröffnen, die Unternehmen bei der Unterschrift nicht vollständig überblicken.
Dieses Kapitel zeigt, worauf Unternehmen bei Vollmachten achten sollten, welche Grenzen sinnvoll sind und weshalb Präzision der beste Schutz vor späteren Überraschungen ist.
Kapitel 9 – Die Schein-Ausschreibung
Drei Angebote sind noch kein Wettbewerb.
Kaum etwas vermittelt mehr Sicherheit als der Eindruck eines strukturierten Ausschreibungsprozesses.
Mehrere Angebote liegen vor. Die Preise werden verglichen. Eine Tabelle zeigt den vermeintlichen Sieger.
Doch stellt dies tatsächlich einen fairen Marktvergleich dar?
Dieses Kapitel zeigt, warum echte Ausschreibungen weit mehr sind als der Vergleich einiger Preiszahlen und weshalb identische Rahmenbedingungen, vollständige Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen unverzichtbar sind, wenn Beschaffung professionell erfolgen soll.
Anschließende Diskussion
Nach den Videobeiträgen besteht die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch sowie zur Diskussion konkreter Praxisfälle aus dem Unternehmensalltag.
Die weiteren Termine
25. August 2026 | 19:00 Uhr Kapitel 10–12
01. September 2026 | 19:00 Uhr Kapitel 13–15
08. September 2026 | 19:00 Uhr Kapitel 16–18
Nur für Mitglieder der Mittelstandsvereinigung Energie für Deutschland e. V.
Professioneller Energieeinkauf beginnt nicht bei der Frage, welcher Preis auf dem Angebot steht. Er beginnt bei der Frage, wer an der Transaktion beteiligt ist, welche Interessen verfolgt werden und ob der dargestellte Beschaffungsprozess tatsächlich das ist, was er zu sein vorgibt.
Denn nicht jede Vollmacht ist harmlos. Nicht jede Ausschreibung ist eine Ausschreibung. Und nicht jede Wertschöpfungsstufe schafft tatsächlich Wert.